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Familie & Klimaschutz

Am Freitag war ich auf dem Klimastreik. Da ich ohne Begleitung dort war (abgesehen von 70000 anderen Menschen. Wow!!!), hatte ich Gelegenheit, alles auf mich wirken zu lassen und meinen Gedanken nachzugehen. Und ich merkte: das Thema berührt mich. Sehr! Die selbstgemalten Plakate, die leuchtenden Augen, die heiseren Kehlen der Kinder und Jugendlichen (für einige war es sicher die 1. Demo). Eltern, die ihre Kinder 4 Stunden auf den Schultern trugen, Großeltern, die in kleinen Grüppchen standen mit ihren Schildern, das Gefühl, dass es alle angeht, dass es wirklich wichtig ist aber auch die Zuversicht, zu sehen, dass 70000 Hamburger*innen unsere Erde doch nicht egal ist. Das hat mich wirklich bewegt. Diesen Kindern und Jugendlichen, ihren Kindern und Enkelkindern eine Zukunft zu ermöglichen, in der sie noch gesund, glücklich und weitestgehend unbeschwert leben können und dürfen, das ist mir ein Anliegen. So dachte ich darüber nach, was wir als Familien tun können. Dabei fiel mir ein wichtiger Aspekt ein: unseren Kindern ein Vorbild sein und sie beteiligen. Ihnen solche Themen zumuten, mit ihnen ins Gespräch gehen.

Im Kleinkind und Grundschulalter schauen Kinder sehr darauf, was wir tun. Mehr als sie auf das hören, was wir sagen. Meine Söhne sehen, wenn ich mit Korb und Obstbeuteln aus Stoff durch die Gemüseabteilung gehe und die Plastikpackungen liegen lasse. Mein 5jähriger fragt mich, warum ich die Äpfel aus Deutschland nehme und ich erkläre es ihm. Er versteht es. Auch, dass ich die kleinen roten Minikäsen nicht kaufen möchte, weil sie alle einzeln in Plastik verpackt sind. Die Kinder akzeptieren, dass es bei uns kein Fleisch gibt und Eier nur dann, wenn Papa mit ihnen beim Hühnerhof war. Sie sehen, dass wir dem Hinz und Kunz-Verkäufer vor unserem Supermarkt unseren Euro aus dem Wagen am Ende in die Hand drücken. Kleinigkeiten. Aber besonders im Kleinkindalter prägen wir Eltern den Lebensstil unserer Kinder stark. Sie bilden Glaubensätze, die ein Leben lang wirken können. Für sie wird es vielleicht beim Einkaufen eines Tages völlig normal sein, saisonal und regional auszuwählen, ohne groß darüber nachzudenken. Das macht man halt so. Klar könnten wir noch sehr viel mehr tun. Wir arbeiten daran. Und wenn unsere Kinder größer sind, öffnen sie uns vielleicht die Augen für weitere Möglichkeiten, gehen mit uns in Diskussion. Und dann hören wir hoffentlich ihren Erklärungen zu.

Wenn ihr mehr zum Thema wissen möchtet, im aktuellen Elterngespräch-Podcast gibt es ein interessantes Interview mit dem Geo.de Redaktionsleiter Jan Henne und vielen Ideen, was Familien zum Klimaschutz beitragen können: https://www.eltern.de/…/podcast…/families-for-future

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